Das strahlende Wetter entsprach ganz der Laune der beiden Maintal-Geschäftsführer Anne Feulner, Urenkelin des Gründers, und ihrem Schwager Klaus Hammelbacher, die sich über Hunderte begeisterter Besucher freuen konnten. Begleitet von herrlichem Sonnenschein nutzten die Gäste die Gelegenheit, die automatischen Abfüllstraßen zu besichtigen und in die großen Kochkessel hinein zu schauen, in denen beispielsweise die berühmte Hiffenmarmelade entsteht, für die das Unternehmen weltweit bekannt ist. Für Feinschmecker, Gesundheitsbewusste und Naschkatzen war eine Menge geboten und bunte Tanzvorführungen, Musik und Varietékunst zauberten ein Rundum-Genießer-Fest.
Tradition und Innovation – eine bewegte FirmenchronikAls er das Unternehmen 1886 für den „Handel von Vegetabilien und Landesprodukten” ins Leben rief, ahnte Josef Müller sicher noch nicht, dass man 120 Jahre später ein großes Jubiläum feiern würde. Vielleicht lag es ja an seinem Leitspruch „Omnia cum Deo” (Alles mit Gott), dass das von ihm gegründete Unternehmen durch so viele bewegte Jahrzehnte hindurch Bestand hatte. Ganz sicher lag es am Fleiß, am Optimismus, am Zusammenhalt und an der Innovationsbereitschaft der Familie, dass die erfolgreiche Unternehmenstradition kontinuierlich fortgeschrieben werden konnte.

Seit dem 1. Juli 2006 agiert das Familienunternehmen, das nun bereits in der 4. Generation geführt wird, als Maintal Konfitüren GmbH. Um sich auf einem globalisierten Markt weiterhin behaupten zu können, will das
IFS-zertifizierte Unternehmen mit hochwertiger Produktqualität und anspruchsvollen Nischenprodukten bestehende Marktanteile sichern und weiter ausbauen. Die im März 2006 erstmalig durchgeführte Zertifizierung nach dem IFS (International Food Standard), die mit dem höchsten Niveau abgeschlossen wurde, ist ein weiterer konsequenter Schritt, das Unternehmen auch verstärkt im Private Label Geschäft zu etablieren. Der IFS-Standard garantiert, dass Maintal höchsten Ansprüchen an Transparenz, Produktqualität und Hygiene genügt. „Mit diesem Zertifikat haben wir die Chance, Eigenmarkenprodukte von großen Handelsketten und internationalen Lebensmittelanbietern herstellen zu können”, berichtet Anne Feulner. Dies ermöglicht weiteres Wachstum und sichert natürlich auch die vorhandenen rund 40 Arbeitsplätze in der Region.
Ein Rotschopf erobert die WeltDer Erfolg von Maintal ist ganz eng mit einem echten Produktklassiker verbunden: mit der leckeren, cremigen Hagebuttenkonfitüre, in Franken auch Hiffenmark genannt. Schon Generationen von Kindern sind mit dem dunkelroten Hiffenmark aus Haßfurt groß geworden. Ein echter fränkischer Krapfen ohne Hiffenmarkfüllung? Undenkbar! Rund die Hälfte des Umsatzes macht der Maintal-Klassiker aus.
Wie das Marktforschungsinstitut ACNielsen ermittelte, stammt inzwischen nahezu jedes zweite in Deutschland verkaufte Glas Hagebutten-Konfitüre aus Haßfurt und mittlerweile wird das Maintal-Hiffenmark auch in die USA, nach Japan, Korea und Australien exportiertDoch nicht nur der feine Geschmack ist Verkaufsargument. Hagebutten sind auch äußerst gesund. Wie eine Studie am Institut für Ernährungswissenschaft der Uni Jena ergeben hat, enthalten Hagebutten einen hohen Anteil an Lycopin, einem sekundären Pflanzenstoff, der den Früchten ihre rote Farbe verleiht. Im menschlichen Körper bindet er freie Radikale und trägt dadurch zum Schutz vor Krebs bei. 100 Gramm Früchte enthalten rund 12,9 Milligramm Lycopin, das erst durch den schonenden Einkochprozess für die menschliche Aufnahme verfügbar gemacht wird.
Moderne, leistungsfähige LebensmitteltechnikFlexibilität und Qualität sind die Schlüsselkompetenzen für den Unternehmenserfolg eines Familienbetriebes, der sich in einem engen Markt behaupten will. 75.000 Gläser können im Zweischichtbetrieb bei Maintal täglich abgefüllt, etikettiert, verpackt und in den Versand gebracht werden. Dabei kann das Unternehmen besonders flexibel arbeiten und im Gegensatz zu großen Betrieben auch mehrmals am Tag die Früchte wechseln.
Insgesamt werden bei Maintal jedes Jahr über 1.000 Tonnen Früchte (davon 600 Tonnen Hagebutten) zu ca. 3000 Tonnen Konfitüren, Fruchtaufstrichen und Gelees verarbeitet. Verkauft werden diese in 6 Millionen Gläsern, 150.000 Eimern und mehr als 2,7 Millionen kleinen Portionsbechern. 78 Prozent der Produkte werden unter dem Namen Maintal verkauft, doch die Produktion unter Fremdlabel nimmt zu. So lassen auch große Ketten wie tegut für ihre eigene Marke in Haßfurt abfüllen. Durch die Produkt schonende Verarbeitung bleiben nicht nur die Fruchtstücke, sondern auch die Vitamine und wertvolle Pflanzenstoffe weitestgehend erhalten. Im hauseigenen Labor werden die einzelnen Produktionsschritte laufend geprüft, überwacht und freigegeben.
Ausgesuchte RezepturenSie sind die bestgehüteten Geheimnisse eines Unternehmens: die ausgefeilten Rezepturen. Maintal verfügt über ein Rezepturen-Repertoire von weit über 400 Kreationen. Ca. 40 verschiedene Fruchtsorten werden verarbeitet, darunter regionale Produkte von Schlehe, Holunder, Quitte oder Zwetschge aber auch exotische Früchte wie die nordamerikanische Cranberry oder die Ananas aus Hawaii. So ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Wachstumsmarkt Bio-ProdukteKaum ein anderer Wert hat im Laufe der Jahre einen so großen Imagewandel durchlaufen wie der Begriff „Bio“. Ein Bio-Artikel ist heute ein wertiges Lifestyle-Produkt. Der Bio-Konsument achtet auf seine Gesundheit und fühlt sich der Natur verpflichtet. Gleichzeitig wünscht er hochwertige Produkte und ausgezeichnete Geschmacksqualität. Als Spezialist für gesunde und hochwertige Fruchterzeugnisse hat sich Maintal frühzeitig mit der Produktion von Bio-Konfitüren befasst. Unter der Marke „Annes Feinste“ werden diese mit großem Erfolg im Biofachhandel vertrieben. Auch der konventionelle Lebensmittelhandel wird mittlerweile mit Maintal-Bio versorgt.
So hat Maintal einen neuen Bio-Fruchtaufstrich „Biofrucht 75” mit einem extra hohen Fruchtgehalt von 75 % kreiert, der nur mit Agavendicksaft gesüßt und bis zu 50 % weniger Kalorien gegenüber Bio-Konfitüre extra hat.
36 Prozent des Maintal-Umsatzes werden mittlerweile aus Produkten des kontrolliert biologischen Anbaus erzielt. In den letzten 5 Jahren konnte Maintal in diesem Bereich jeweils zweistellige Zuwachsraten erreichen, Tendenz weiterhin steigend.
Auch der Export nach Australien, Japan oder in die Vereinigten Staaten, der im Augenblick ca. drei bis fünf Prozent der Produkte ausmacht, soll weiter ausgebaut werden. Eine verstärkte Präsenz auf internationalen Fachmessen ist hier für die kommenden Jahre geplant. Zehn Prozent sind das Ziel.
Durch anspruchsvolle Nischenprodukte, höchste Qualität und geschmackliche Finesse kann sich also auch ein Familienbetrieb seinen Platz im Weltmarkt sichern.